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VIVA Media kaufen


29.08.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Aktie der VIVA Media AG (WNKN 617106) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln besser als der Gesamtmarkt entwickeln.

Die Kölner VIVA Media AG betreibe den werbefinanzierten TV-Sender VIVA, der im deutschsprachigen Raum über Kabel und Satellit ASTRA ausgestrahlt werde. Durch die Übernahme der Produktionsfirma Brainpool TV AG wolle VIVA zu einem der führenden Musik-TV und Young-Entertainment-Medienunternehmen aufsteigen. Künstler sollen gruppenübergreifend vermarktet werden, wobei sie von VIVA entdeckt und gezielt gefördert werden, um später in von Brainpool produzierten Shows und Serien aufzutreten. Brainpool produziere TV-Formate wie TV Total, elton.tv und Ladykracher. Größter Anteilseigner der VIVA Media AG sei der US-Medienkonzern AOL Time Warner mit 30,6 Prozent, über einen Stimmbindungsvertrag mit weiteren Investoren verfüge AOL über einen Stimmenanteil von 46,1 Prozent.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2002 habe VIVA den Umsatz bereinigt um 7% auf 54,7 Mio. Euro steigern können. Auch wenn der Ertrags-Turn-Around hauptsächlich aus Veräußerungsgewinnen des 49%igen Anteils an der VIVA Plus Fernsehen GmbH an AOL Time Warner zu erklären sei, habe man ohne diesen Effekt im operativen Geschäft die Verluste begrenzen können. Das EBITDA habe in den ersten sechs Monaten auf 26,1 nach -9,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum zugelegt. Nach Abschreibungen auf die insolvente Brainpool Beteiligung WESTKA und Gregoire Furrer Productions von 3,3 Mio. Euro und Rückstellungen für die Verlegung der Konzernzentrale in Höhe von 3 Mio. Euro, sei ein EBIT von 19,2 Mio. Euro geblieben. Das Konzernergebnis habe mit 11 nach -8,8 Mio. Euro im Vorjahr ebenfalls den Sprung in die Gewinnzone geschafft. VIVA habe zum 30.06.02 über ein komfortables Liquiditätspolster von 50,6 Mio. Euro verfügt für weitere Expansionsschritte.

An der im Juli gesenkten Prognose für das Gesamtjahr halte der Vorstands-Sprecher Dieter Gorny fest. Statt eines Konzernumsatzes von 125 Mio. Euro rechne VIVA weiterhin mit einem Umsatz von 109 Mio. Euro. Das EBITDA werde voraussichtlich bei 26 Mio. Euro und das EBIT bei 15 Mio. Euro liegen. Begründet worden sei die Prognosereduktion mit dem nach wie vor schwachen Werbemarkt, der insbesondere zu Rückgängen bei den Werbeeinnahmen durch die Musikindustrie geführt habe. Da VIVA auch für das zweite Halbjahr nicht mit einer deutlichen Verbesserung des Werbemarktes rechne, werden diese Umsatzausfälle nur schwer zu kompensieren sein.


Ferner habe der PC-Spieleentwickler WESTKA, eine 60%ige Tochter-Gesellschaft von Brainpool, Insolvenz anmelden müssen. WESTKA habe ein PC-Spiel nicht verkaufen können und benötige nun eine Zwischenfinanzierung. Diese sei von VIVA jedoch nicht gewährt worden. Vielmehr sollen die Aktivitäten in diesem Bereich nicht fortgeführt werden. Schließlich fallen höhere Kosten für den Umzug des Unternehmens nach Köln-Mülheim und für die technische Ausstattung an.

In Branchenkreisen werde spekuliert, dass der Anteilseigner Vivendi Universal seinen VIVA-Anteil von 15,3% veräußern wolle. Nachdem AOL den 15,3%igen Anteil des ehemaligen Großaktionärs EMI erworben habe, könnte der US-Konzern möglicherweise auch an dem von Vivendi Universal gehaltenen Paket teilweise interessiert sein. Aus Konsolidierungsgründen sei sogar eine Erhöhung des Anteils auf über 50% denkbar. Magazinberichten zufolge plane AOL mit VIVA ein weltweites Musikclip-TV aufzubauen und damit massiv in Konkurrenz zum Musiksender MTV zu treten.

VIVA habe den niederländischen Musik-TV-Sender "The Box" vollständig übernommen. The Box sei ein interaktiver Sender, der neben der Teilnahme an Sendungen über SMS, Teletext und Internet auch die Möglichkeit biete, über Telefon ein eigenes Wunschprogramm zusammenzustellen. Dabei seien die Einwahlgebühren der wesentliche Umsatzfaktor des niederländischen Senders. The Box sei über Kabel empfangbar und habe eine technische Reichweite von 76% bei 4,6 Mio. Haushalten. Der Eintritt in den niederländischen Markt sei ein weiterer Schritt in der Internationalisierungsstrategie der VIVA-Gruppe. Für das laufende Jahr seien Expansionen in zwei bis drei weitere Länder geplant. Derzeit werden Gespräche in 10 bis 12 Ländern über Kooperationen oder Beteiligungen geführt.

Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Programmgestaltung und unabgesprochener Konzeptveränderungen seitens Rete A habe VIVA die Zusammenarbeit mit dem italienischen Fernsehsender aufgekündigt und auf Schadenersatz geklagt. Nach eigenen Angaben führe VIVA nun mit anderen potentiellen Partnern in Italien Gespräche.

Nach dem Kursrutsch als Reaktion auf die Gewinnwarnung Ende Juli habe sich der VIVA-Aktienkurs wieder etwas erholen können. Die negativen Nachrichten seien nach Einschätzung der Stadtsparkasse Köln im Aktienkurs eingepreist. Die revidierten Prognosen dürften die Risiken ausreichend berücksichtigen und es sei zu erwarten, dass sie erreicht werden können. Entscheidend bleibe die Frage, wie VIVA der Werberückgang in der Musikbranche kompensieren könne.

Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln bleibt bezüglich den Aktien von VIVA Media beim Votum "Marketperformer".




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